| Jurysitzung,
Rabén & Sjögrens Manuskriptwettbewerb
Die Bibliothekarin Elsa Olenius hat von der Endausscheidung der Jury
erzählt, die sich aus ihr selber, der Autorin Marika Stiernstedt und
dem Verleger Hans Rabén zusammensetzte.
"Über den ersten Preis waren wir uns einig. Der sollte an
den Jugendroman Ingrid gehen, der aus der Feder von Stina Lindeberg
stammte, wie wir später feststellten. Da schlug ich vor, dass wir
einem Manuskript mit dem Titel Britt-Mari erleichtert ihr Herz den zweiten
Preis geben sollten. Ich war fest davon überzeugt, dass es von
Bang (die sehr bekannte, geistreiche Journalistin Barbro Alfving, Anm.
d. Übers.) stammen musste. 'Vermutlich Bang', schrieb ich auf einen
Zettel. Es war den anderen weit überlegen. In dem Augenblick, als
wir den Umschlag mit dem Namen öffnen wollten, sagte Hans Rabén:
'Hoffentlich ist das jetzt ein richtiger Autor und kein unbekannter
Name! Hoffentlich ist es Bang!'
Er setzte den Brieföffner an", erzählt Elsa Olenius weiter.
"Im Zimmer war es mucksmäuschenstill. Und dann zog er den
Zettel mit dem Namen heraus, seufzte leicht und stellte fest: Es
ist eine gewöhnliche Hausfrau, lest selbst!
Und ich las: Frau Astrid Lindgren, Dalagatan 46, 1. St., Stockholm
Va.
Schade, sagte Hans Rabén."
Aus: "Astrid Lindgren - Ein Lebensbild" von Margareta
Strömstedt
Die Freude über den Preis für Britt-Mari hat Astrid mehrfach beschrieben.
In einem Brief 1953 heißt es:
"Die Nils-Holgersson-Plakette entgegenzunehmen war ein angenehmes und
nettes Gefühl, doch nichts lässt sich jedenfalls mit dem Telefongespräch
an jenem späten Abend 1944 vergleichen, als mir mitgeteilt wurde, dass
mein erstes Buch Britt-Mari erleichtert ihr Herz angenommen war und
einen Preis erhalten sollte. Da bin ich in das Zimmer meines Sohnes
gerannt und habe vor seinen überraschten Augen einen stillen, intensiven
Kriegstanz getanzt."
Aus: "Astrid Lindgren - Im Land der Märchen und Abenteuer"
von Vivi Edström
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